Kochen auf russisch

Leckere Rezepte aus der russischen Küche mit Fotos

Teigtaschen aus Russland: Pelmeni, Warenniki, Manty

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Pelmeni

Wenn in Russland Gäste zum Pelmeni-Schmaus eingeladen werden, pflegt man gerne einen alten Brauch: Die Hausfrau versteckt in einer Teigtasche neben der Füllung einen Knopf oder einen Ring. Glück soll demjenigen zuteil werden, der dieses Stück dann auf seinem Teller findet. In der Küche der Zaren gab man einer Pelmeniteigtasche standartgemäß sogar einen Edelstein bei.

Pelmeni übernahmen die Russen von den Völkern des Nordens und Sibiriens, den Permaken, Komi, Nenzen, Udmurten und sibirischen Tataren. Die kleinen Taschen aus Nudelteig werden meist mit Fleisch gefüllt. Nach überliefertem Originalrezept müssen es drei verschiedene Sorten sein: Hammel, Rind und Schwein. Die Sibirier bestehen sogar auf acht Sorten Fleisch und mögen zusätzlich noch Elch, Ren, Wildschwein, Bär und Geflügel. Die Jakuten und Burjaten schwören auf Wildponyfleisch. Pelmeni gibt es in Form von Halbmonden oder „Öhrchen“.

Eine besondere Delikatesse sind Fischpelmeni mit fein gehackter Füllung vom Dorsch, Ketalachs, Buckellachs und Blaurücken. Damit sie saftiger wird, gibt man beim Hacken des Fisches Eisstückchen hinzu. Als Fastenspeise oder vegetarische Variante werden Pelmeni auch mit Pilzen, Kraut oder Kascha gefüllt. Die Sibirier essen Pelmeni mit Essig und Pfeffer, in anderen Gegenden werden sie mit Brühe, in Butter oder einfach mit einem Klecks saurer Sahne genossen.

Früher war es in Sibirien Brauch, den Reisenden, Jägern oder Fischern als Proviant einen Leinenbeutel mit gefrorenen Pelmeni mitzugeben. Denn außer einem Feuer und einem Kessel Wasser braucht man nichts, um die Teigtaschen zuzubereiten. Zudem sollen sie besonders gut munden, wenn sie eine Weile dem bitteren Frost ausgesetzt waren. Im Winter hängen noch heute Beutel mit den so beliebten „Öhrchen“ an vielen Fenstern der Hochhäuser in russischen Städten.

Pelmeni gibt es sowohl werktags als auch zu Feiertagen. An der aufwändigen Herstellung beteiligen sich oft sowohl sämtliche Familienmitglieder als auch Gäste. Schließlich schmecken die Teigtaschen erst richtig, wenn sie in Handarbeit gefertigt wurden. Die Schwierigkeit besteht darin, einen möglichst dünnen Teig herzustellen und darauf zu achten, dass die Pelmeni weder beim Kochen platzen noch aneinander kleben.

Viele Hausfrauen benutzen heute eine „Pelmeniza“, eine spezielle Platte aus Aluminiumguss mit sechseckigen Aussparungen. Darauf wird der ausgerollte Pelmeniteig gezogen. In die Vertiefungen legt man in kleinen Portionen die Füllung, darüber kommt eine zweite Schicht Teig. Mit dem Nudelholz drückt man die Pelmeni dann durch die Öffnungen. Durch die scharfen Kanten an den Sechsecken werden die Ränder beim Ausrollen so fest verschlossen, dass sie beim Kochen auch sicher nicht mehr aufgehen können. Pelmeni serviert man auch in kleinen Spezialrestaurants, die sich „Pelmennaja“ nennen.

Quelle: http://www.mixmarkt.de/


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