Kochen auf russisch

Leckere Rezepte aus der russischen Küche mit Fotos

Russische Spirituosen: Weinbrand, Cognac, Kognak

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In Russland – „Konjak“

Weil die meisten Weinbrände von den Trauben destilliert werden, haben die Regionen der Welt, die ausgezeichneten Weinbrand produzieren, ungefähr jenen Bereichen entsprochen, die auch Wein aus Trauben herstellen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der westeuropäische Markt durch die französischen und spanischen Weinbrände beherrscht, aber Osteuropa wurde durch Weinbrand von der Schwarzmeerregion Russlands (Armenien, Georgien, Moldawien und die Halbinsel Krim) und Bulgariens beherrscht. Die armenischen und georgischen Weinbrände (immer als Konjak bezeichnet) galten als einige von den besten in der Welt und schlugen häufig ihre französischen Konkurrenten an den internationalen Ausstellungen in Paris und in Brüssel.

In Russland bezeichnet man bis heute die eigen Weinbrände als Cognacs (geschrieben «коньяк» – „Konjak“). Im Ausland müssen sie sich natürlich der allgemeinen Ordnung beugen und heißen dann auch Weinbrand. In russischen Geschäften in Deutschland können Sie jedoch immer noch verschiedene Sorten von russischem „Konjak“ kaufen.

Die Entstehung und Entwicklung der „Konjak“-Produktion in Russland wurde mit den Aktivitäten der großen Handelsunternehmen „D.S. Saradjev“ und „K.L.Schustow und Söhne“ verbunden. D.S. Saradjev gründete 1885 in Tiflis das Zentrale Cognaclager und importierte aus Westeuropa verschiedene Sorten von Cognac. Im Jahr 1888 wurde dann die eigene Herstellung von Cognac in einem großen Betrieb „Konjatschnyj Sawod“ organisiert. Die besten Konjaks von Saradjev haben wiederholt in russischen und internationalen Ausstellungen, Wettbewerben und Weinproben teilgenommen. Bis 1904 haben bereits sechs Sorten vom russischen „Konjak“ die goldene Medaille, vier die silberne und eine die Bronzemedaille verliehen bekommen.

Die Konjaksorten von der Firma „K.L.Schustow und Söhne“ in Erewan waren sogar noch berühmter als die von Saradjew. Das erklärt sich durch die geschickt organisierte breite Werbung der Weinbränden von Schustow. Das Firmenzeichen – die goldene Glocke- mit dem entsprechenden Text konnte man damals in vielen sowohl provinziellen als auch zentralen Zeitungen und Zeitschriften sehen. Der schlaue russische Kaufmann tat alles, um seine Marke in der ganzen Welt berühmt zu machen. Er schickte auf eigene Kosten einige Dutzend gut aussehende junge Männer nach Europa. Sie besuchten in verschiedenen Städten die besten Restaurants und überall bestellten sie die „Cognacs von Schustow“. Sie fragten dann in jedem Restaurant mit großer Verwunderung: „Was, Sie kennen nicht den Cognac von Schustow? Das beste Getränk in der Welt? “ In den europäischen Hauptstädten hat man dann angefangen dringend Cognacs von Schustow zu bestellen.

Die Lagerhäuser des Zarenhauses Romanow in Str. Petersburg hatten Anfang des 20. Jahrhunderts die größten Sammlungen der Cognacs und der Weine in der Welt. Während der Oktoberrevolution von 1917, nach der Einnahme der Zarenresidenz Winterpalast, haben die revolutionäre Soldaten und Matrosen im Laufe von einer Woche, in der sie im Winterpalast pausierten, fast die ganze Wein- und Cognackollektion ausgetrunken.

Es ist bekannt, dass in späteren Zeiten, der britische Premierminister Winston Churchill allen anderen alkoholischen Getränken den russischen (genauer – armenischen) Cognac aus Erewan bevorzugte. Für jedes Jahr bestellte er vorrätig mindestens 400 Flaschen des Alkoholgetränks für sich und seine Gäste.

Derzeit ist die Herstellung von Weinbrand (die Russen selbst verwenden bis jetzt den Begriff „Konjak“) in Russland in einigen Städten konzentriert, von denen die älteste die Stadt Kizlyar in Südrussland ist. Kizlyar ist eine alte russische Stadt, die am Anfang des XVII. Jahrhunderts gegründet wurde. Die Stadt lag an der alten Handelsstraße Russlands mit den Ländern des Ostens. Kizlyar ist eine Stadt mit einer langen Weinbautradition. Am Anfang des XIX. Jahrhunderts wurden in Kizlyar die zwei in Russland ersten Lehranstalten für Weinanbau gegründet. Viele Jahre galt als Visitenkarte der Stadt die seit 1657 produzierte Traubenwodka Kizlyarka. Die alte Tradition der Herstellung von Weinbrand in Kizlyar wird bis heute erhalten und gefördert. Wie auch früher nehmen die Weinbrände („Konjaks“) aus Kizlyar an allen renommiertesten Ausstellungen teil und erhalten sowohl die Anerkennung von Kennern und Fachleuten, als auch die höchste Auszeichnungen.

Breit bekannt wie in Russland so auch im Ausland sind heute die köstliche Weinbrände aus anderen Regionen Südrusslands – aus Krasnodar, Stawropol, Prochladnenskij, aus dem Weingut Prochladnenskij in Kabardino-Balkarien, aus Derbent und Temrjuk.

Der russische Markt war immer eine sehr große Weinbrandverbrauchende Region, und, obwohl man immer viel Weinbrände und Cognacs importiert hat, wurde auch immer viel im Lande produziert. Während der Sowjetzeit blieb die Produktion des Weinbrands die Quelle des Stolzes für das kommunistische Regime. In dieser Zeit hat man nicht nur dir Traditionen des Weinbrands beibehalten, sondern auch weiterentwickelt. In den mehr als sieben Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution sind neue ausgezeichnete Weinbrandsorten entstanden. Diese Tradition lebt auch heute weiter.

Quelle: http://www.mixmarkt.de/


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